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Der Nintendo 64 ist für mich so eine Konsole, die sofort ein Kopfkino startet. Mein Vater schließt das Ding an, meine Schwester sitzt schon viel zu nah am Fernseher, und ich bin irgendwo zwischen komplett überfordert und komplett verliebt. Mario 64, Ocarina of Time, Wave Race, GoldenEye. Das war bei uns nicht einfach nur zocken, das war so ein richtiges Familien Ding.
Heute ist das N64 aber auch die Konsole, bei der ich am meisten merke, wie sehr die Zeit an der Technik nagt. Auf modernen TVs sieht das Bild oft einfach nur matschig aus, Adapter machen es nicht besser, und Emulation ist zwar praktisch, fühlt sich aber nicht immer hundert Prozent wie echtes N64 an. Dazu kommt der Controller. Wer den Original Stick kennt, weiß, wie speziell das ist. Wenn Latenz oder Stick Gefühl nicht passen, ist die Magie schnell weg.
Als der Analogue 3D angekündigt wurde, hat das bei mir sofort dieses kleine Retro Nerd Kribbeln ausgelöst. Eine FPGA Konsole, die das N64 in Hardware nachbildet, moderne Bildausgabe liefert und dabei dieses originale Spielgefühl behalten will. Ich war gleichzeitig gehyped und skeptisch. Genau diese Mischung ist gefährlich, weil man sich schnell was einredet. Also wollte ich es wirklich wissen.
Ich habe den Analogue 3D deshalb richtig im Alltag getestet. Mit echten Cartridges, mit EverDrive, auf meinem 4K OLED und am 1440p Monitor. Gesteuert habe ich hauptsächlich mit dem passenden 8BitDo N64 Controller. Und ja, ich habe auch die Display Modi ausprobiert, also Original ohne Filter, CRT, Scanlines, PVM und BVM, weil das am Ende massiv beeinflusst, wie sich N64 heute anfühlt.
In diesem Analogue 3D Test bekommst du von mir keine Werbetexte, sondern echte Erfahrungen. Ich zeige dir, wie gut Bild und Input wirklich sind, wo der Analogue 3D glänzt, wo er typisch N64 bleibt und ob sich der Preis von am Ende rund 380 Euro für mich wirklich gelohnt hat.
Testmethodik – So habe ich den Analogue 3D getestet
Ich habe den Analogue 3D inzwischen so lange im Einsatz, dass ich irgendwann aufgehört habe, die Stunden zu zählen. Für mich war klar, wenn ich einen richtigen Test schreiben will, dann muss ich ihn genauso behandeln wie mein altes N64. Also nicht nur einmal anschließen und ein paar Minuten Mario 64 laufen lassen, sondern richtig reinfuchsen. Ich wollte wissen, wie das Ding sich im Alltag schlägt. Genau deshalb habe ich das Gerät über mehrere Wochen ganz normal in mein Setup integriert.
Getestet habe ich auf zwei Bildschirmen. Einmal auf meinem 4K OLED im Wohnzimmer und einmal auf meinem 1440p Gaming Monitor, auf dem ich normalerweise auch RetroArch, PCSX2 und Dolphin laufen lasse. Das war mir wichtig, weil das N64 auf OLEDs oft richtig schlecht aussieht, wenn man es über einen AV Konverter anschließt. Ich wollte sehen, ob der Analogue 3D diese typische Matschigkeit endlich behebt oder ob es nur ein bisschen Retroschminke ist.
Gespielt habe ich alles, was für mich N64 Feeling bedeutet. Mario 64, Ocarina of Time, F Zero X, GoldenEye, Perfect Dark, Wave Race, Banjo Kazooie, sogar Mario Kart 64 und Beetle Adventure Racing, einfach weil das früher mein Ding war. Alle Spiele liefen von echten Cartridges, die ich seit Jahren sammle. Dazu habe ich auch mein EverDrive zum Vergleich benutzt. Ich wollte wissen, ob es Unterschiede gibt oder ob alles exakt gleich behandelt wird.
Gesteuert habe ich fast durchgehend mit dem 8BitDo N64 Pad, das perfekt zum Analogue 3D passt. Ich habe aber auch meinen originalen N64 Controller drangehängt, vor allem für GoldenEye und Perfect Dark, einfach um zu sehen, ob die Stick Genauigkeit wirklich verändert wird oder ob sich alles exakt original anfühlt.
Meine Kriterien waren ziemlich klassisch, aber wichtig. Bildqualität, Latenz, Audio, Kompatibilität, Stabilität und das Gefühl beim Spielen. Also wirklich das Gefühl, das man hat, wenn man ein Game startet und sofort merkt, ob etwas passt oder nicht. Ich habe außerdem bewusst keine perfekten Labormessungen gemacht, sondern echten Alltag genutzt. Wenn etwas ruckelt oder verzögert ist, merke ich das sowieso sofort. Seit ich F Zero X als Kind rauf und runter gespielt habe, bin ich da einfach empfindlich.
Kurz gesagt, ich wollte nicht nur testen, ob der Analogue 3D funktioniert, sondern ob er sich wie das beste N64 anfühlt, das ich je hatte.


Erster Eindruck und Verarbeitung – wertiger als gedacht
Als ich den Analogue 3D aus der Box geholt habe, war mein erster Gedanke ehrlich gesagt so etwas wie ein leises wow. Ich hatte vorher schon den Analogue Pocket in der Hand und wusste deshalb ungefähr, wie seriös Analogue ihre Hardware baut, aber beim 3D hatte ich trotzdem dieses kleine Restzweifeln im Kopf. So nach dem Motto, das ist eine N64 Konsole in modern, hoffentlich fühlt sich das nicht nach leichtem Plastik an. Und dann lag das Ding plötzlich vor mir und es wirkte direkt wie ein richtiges, ernst gemeintes Stück Hardware.
Das Gehäuse fühlt sich erstaunlich massiv an. Kein Knarzen, kein billiger Kunststoff, es wirkt eher so, als hätte jemand ein altes N64 Modell genommen, alle Ecken sauber gefeilt und dann ein modernes Material draus gebaut. Die Oberfläche hat ein leicht mattes Finish, das sich fast so anfühlt wie diese leichten Texturen auf alten Konsolen, nur eben deutlich hochwertiger. Als ich es das erste Mal in der Hand gedreht habe, hatte ich sofort das Gefühl, dass das Gerät auch in zehn Jahren noch gut aussieht.
Was mir direkt aufgefallen ist, sind die Anschlüsse. Vorne die Controller Ports, hinten HDMI, Strom, SD Slot und dieses angenehm unaufgeregte Layout, das sofort verständlich wirkt. Keine überflüssigen Extras, kein Bling, einfach ein Gerät, das weiß, was es sein will. Der originale N64 war ja eher etwas klobig und irgendwie schief, was ich damals nie hinterfragt habe. Der Analogue 3D wirkt im Vergleich fast schon wie die Premium Edition davon, aber ohne die Nostalgie zu beschädigen.
Beim ersten Einschalten hatte ich dieses Gefühl von früher. Strom rein, LED leuchtet, Cartridge rein, und im selben Moment war ich wieder Kind. Kein Bootlogo von Analogue, keine zehn Sekunden Wartezeit, einfach sofort loslegen. Ich habe zuerst Mario 64 eingelegt, einfach weil es das einzige Spiel ist, das für mich immer der Startpunkt ist, und mein erster Gedanke war, dass der Menüton klarer klingt als ich ihn je gehört habe. Ich kenne das Geräusch seit über zwanzig Jahren und es war trotzdem neu. Irgendwie frisch.
Auch die Größe des Geräts fand ich angenehm. Kleiner als das originale N64, aber nicht zu kompakt. Irgendwie hatte ich sofort Lust, es neben mein altes N64 zu stellen, einfach um den direkten Vergleich zu haben. Mein altes Gerät hat inzwischen leichte Vergilbungen und ein paar Kratzer, und wenn man beide nebeneinander sieht, wirkt der Analogue 3D fast wie die moderne Version einer alten Kindheitsfigur. Man erkennt den Ursprung, aber alles ist erwachsener geworden.
Kurz gesagt, der erste Eindruck war für mich eine Mischung aus Nostalgie und moderner Wertigkeit. Genau das, was ich mir vom Analogue 3D erhofft hatte.

Bildqualität und Upscaling – das beste N64, das ich je gesehen habe
Als ich das erste Mal ein Spiel auf dem Analogue 3D gestartet habe, musste ich wirklich kurz pausieren. Ich habe viele Wege ausprobiert, um ein N64 halbwegs scharf auf einen modernen Fernseher zu bekommen. HDMI Modding, Open Source Scan Converter, RetroTink, Emulatoren mit RDP Plugins. Nichts hat jemals wirklich dieses typische matschige Grundproblem gelöst, das das N64 einfach hatte. Der Analogue 3D wirkt dagegen wie eine Art Zaubertrick. Ich lege die Cartridge ein, drücke Start und plötzlich sieht Mario 64 so aus, wie ich es immer in meinem Kopf hatte.
Der 3D gibt nativ in 4K aus und das merkt man bei jedem Spiel. Kanten sehen sauber aus, Texturen wirken klarer, die Farben sind stabiler und nicht dieses leicht ausgewaschene Ding, das man vom Original kennt. Besonders auf meinem OLED hat die Konsole sofort gezeigt, was sie kann. Wave Race hat plötzlich fast schon lebendiges Wasser, Ocarina of Time hat diese warme Farbgebung, die man früher nur erahnen konnte und F Zero X wirkt deutlich besser lesbar, wenn es schnell wird.
Das eigentliche Highlight sind aber die Bildmodi. Ich habe alle ausprobiert, einfach weil ich wissen wollte, wie sich jedes Profil anfühlt.
Es gibt zum Beispiel den BVM Modus. Der versucht, das Bild so darzustellen wie auf einem professionellen Sony Broadcast Monitor. Diese Monitore waren früher im Einsatz bei TV Sendern und haben extrem scharfe Kanten und eine unglaublich klare Darstellung. Der BVM Modus ist technisch beeindruckend. Krass scharf, extrem sauber, fast wie ein Remaster. Mario 64 wirkt hier wie eine HD Neuauflage, nur ohne moderne Effekte.
Dann gibt es den PVM Modus. Das ist die etwas weichere Variante, basierend auf professionellen Production Video Monitoren. Diese Geräte wurden zum Beispiel in Schnittstudios genutzt. Das Bild ist etwas runder als beim BVM, aber immer noch glasklar. PVM wirkt für mich wie die perfekte Mischung aus einem Retro CRT Gefühl und moderner Schärfe.
Der CRT Modus geht deutlich mehr in Richtung Röhrenfernseher. Mit leichten Farbübergängen, etwas weniger scharfen Kanten und einer natürlichen Weichheit. Das ist der Modus, der ein bisschen nach Kinderzimmer riecht. GoldenEye sieht dadurch fast genauso aus wie damals auf meinem Panasonic Röhren TV, nur eben sauber und ohne dieses starke Flimmern.
Dann gibt es die Scanlines. Die sind nicht einfach draufgeklatscht, sondern sehr sauber simuliert. Ich habe sie vor allem mit Banjo Kazooie getestet, weil das Spiel auf Röhren immer dieses warme, runde Gefühl hatte. Die Scanlines wirken genau passend und lassen die 3D Grafik irgendwie stimmiger wirken. Es ist schwer zu erklären, aber das Bild bekommt sofort mehr Tiefe.
Und dann gibt es noch den Modus, den ich intern immer einfach Original nenne. Kein Filter, kein Effekt, keine Simulation. Einfach das reine FPGA Signal in hoher Auflösung. Das ist überraschend gut, weil das N64 Bild ohne Emulation und ohne Plugins plötzlich logisch wirkt. Klar, scharf, aber trotzdem authentisch.
Ich habe im Test oft hin und her gewechselt. BVM für Mario 64, CRT für GoldenEye, Original für F Zero X. Jeder Modus fühlt sich an, als wäre er für eine bestimmte Art von Erinnerung gebaut. Und das ist genau das, was mich am Analogue 3D so überrascht hat. Es sieht aus wie das N64, das ich in meinem Kopf hatte, nicht das, das ich früher in Wirklichkeit gesehen habe.

Controller Latenz und Gameplay Gefühl – originaltreu oder modernisiert
Ich sage es direkt, der Controller ist beim N64 fast die halbe Wahrheit. Wenn der Stick sich nicht richtig anfühlt oder die Eingaben zu spät ankommen, kannst du das beste Bild der Welt haben, aber das Spielgefühl bricht sofort ein. Genau deswegen war ich richtig gespannt auf das Zusammenspiel aus Analogue 3D und dem 8BitDo N64 Pad. Ich nutze das Pad schon länger an meinen RetroHandhelds und auch am PC, aber am N64 selbst fühlt es sich nochmal anders an. Irgendwie richtiger.
Meine ersten Tests habe ich mit Mario 64 gemacht, weil ich sofort merke, wenn etwas nicht stimmt. Die Kamera, die Sprünge, die kleinen Bewegungen, die man braucht, um sauber um Ecken zu laufen. Wenn die Latenz nicht passt, fühlt es sich sofort komisch an. Beim Analogue 3D war das Gegenteil der Fall. Ich habe ein paar Minuten gespielt und irgendwann gemerkt, dass ich gar nicht mehr darüber nachdenke. Marios Reaktionen kamen exakt in dem Moment, in dem ich den Stick bewegt habe. Keine Verzögerung, kein leichtes Zögern, einfach direkt.
Das gleiche hatte ich bei F Zero X. Gerade bei diesem Spiel merke ich absolut jede Verzögerung. Wenn du in einer Kurve bist und das Gefährt nur eine Millisekunde zu spät reagiert, knallst du irgendwo rein. Beim Analogue 3D fühlte es sich so direkt an, dass ich sofort wieder in meinen alten Rhythmus gekommen bin. Nach ein paar Runden war ich komplett drin und hatte dieses leichte Grinsen im Gesicht, das ich früher als Kind immer hatte, wenn ich eine Runde perfekt gefahren bin.
GoldenEye und Perfect Dark waren für mich die entscheidenden Tests. Ego Shooter auf dem N64 sind eine besondere Baustelle, weil der originale Analog Stick eine ziemlich eigene Charakteristik hat. Der 8BitDo Stick ist etwas stabiler und deutlich präziser, gleichzeitig aber nicht so locker wie der Stick meiner alten Original Controller. Das fühlt sich am Anfang etwas neu an, aber nach ein paar Minuten merkt man, dass man eigentlich nur Vorteile hat. Die Latenz war für mich komplett unauffällig. Wenn ich gezielt habe, war der Cursor da, wo ich ihn haben wollte. Nicht einmal hatte ich dieses Gefühl von, ok da war jetzt irgendwas verzögert.
Ich habe auch kurz den Original Controller drangehängt, einfach um sicherzugehen. Und ja, er funktioniert exakt so, wie man es erwartet. Der Stick ist natürlich schon etwas ausgelutscht, aber die Eingabe fühlt sich absolut authentisch an. Ich konnte ohne Probleme direkt in Ocarina of Time rein, die Kamera bewegen und links rechts Bewegungen sauber ausführen. Alleine das war für mich schon ein gutes Zeichen, denn wenn die Konsole mit dem originalen Stick Timing klarkommt, dann ist das FPGA Timing wirklich sauber umgesetzt.
Was mich am meisten überrascht hat, war das allgemeine Gefühl. Es fühlt sich an wie ein N64, aber irgendwie stressfreier. Keine schwammigen Eingaben, keine seltsamen Verzögerungen, kein mieses TV Signal, das noch zusätzliche Lags erzeugt. Einfach einschalten, Controller verbinden und losspielen. Für mich war das ehrlich gesagt eines der stärksten Argumente für den Analogue 3D. Das Spielgefühl ist so nah am Original, dass man irgendwann komplett vergisst, dass man auf einem modernen Gerät sitzt.


Kompatibilität und Spiele Performance – was läuft wirklich perfekt
Wenn ich ein neues Retro Gerät teste, besonders etwas im High End Bereich wie den Analogue 3D, dann gibt es für mich einen zentralen Punkt. Die Frage, ob das Ding wirklich alle Spiele korrekt darstellt. Nicht nur sauber, nicht nur scharf, sondern wirklich korrekt. FPGA verspricht ja immer dieses Gefühl von, wir bilden die Hardware nach, so wie sie wirklich war. Beim Analogue 3D hatte ich genau deswegen ziemlich hohe Erwartungen.
Ich habe zuerst mit meinen wichtigsten Cartridges getestet. Für mich bedeutet das Mario 64, Ocarina of Time, F Zero X, GoldenEye, Banjo Kazooie, Wave Race und Mario Kart 64. Alle Spiele liefen direkt und ohne irgendwelche Mätzchen. Kein Flackern, keine Soundfehler, keine komischen Shader Effekte. Es war einfach das normale N64 Verhalten, nur eben in deutlich besserer Qualität. Das hat mich ehrlich gesagt fast ein bisschen irritiert, weil ich das von Emulation so nicht gewohnt bin. Da hat man ja oft dieses leichte Gefühl von, etwas stimmt hier nicht ganz.
Nach ein paar Sessions bin ich dann auf meine SummerCart 64 gewechselt, weil ich wirklich wissen wollte, ob sich irgendwas unterscheidet. Und es war tatsächlich komplett egal. Die Spiele starteten genauso schnell wie von Cartridge und alle Titel liefen so, wie ich es kannte. Die Save Files wurden sauber erkannt, Rumble Pak hat funktioniert, Controller Pak ebenso. Ich hatte nicht einmal das Gefühl, dass der 3D irgendwelche Eigenheiten übergeht oder glättet. Es fühlte sich in jeder Situation so an, als würde ich auf meiner Original Konsole spielen.
Dann kam der schwierige Teil. Conker und Perfect Dark. Ich kenne beide Spiele gut genug, um zu wissen, wann etwas nicht passt. Perfect Dark ist besonders empfindlich bei Bild und Performance und Conker ist einfach ein technischer Grenzfall für die N64 Hardware. Beide liefen ohne Überraschungen. Wenn es Performance Drops gab, dann so, wie das Original sie hatte. Kein künstliches Hochskalieren, kein Versuch, das Bild zu glätten oder irgendwelche N64 Eigenheiten auszubügeln. Das FPGA macht exakt das, was es soll. Es bildet die Hardware nach.
Was ich besonders interessant fand, war das Verhalten von Spielen, die auf Emulatoren oft seltsam aussehen. Wave Race zum Beispiel. Auf Emulatoren wirkt das Wasser oft irgendwie falsch, nicht ganz so, wie ich es aus meiner Kindheit kenne. Beim Analogue 3D sah es exakt so aus, wie ich es in Erinnerung habe. Nicht perfekt, aber eben typisch N64. Auch der Sound war authentisch. Bei meiner originalen Konsole knistert es ganz leicht in manchen Szenen. Der 3D macht genau das gleiche.
Ich habe auch kurz getestet, wie der Analogue 3D mit schiefen oder leicht verstaubten Cartridges umgeht. Und ja, das Verhalten ist genauso wie beim echten Gerät. Wenn der Kontakt nicht sauber ist, startet das Spiel nicht oder friert kurz ein. Für mich war das ein kleiner Nostalgieschock, weil ich sofort reflexartig das Cartridge rausgezogen und leicht angepustet habe. Total irrational, aber genau das passiert automatisch, wenn man mit dem N64 groß geworden ist.
Was mich am Ende überzeugt hat, war die Mischung aus Kompatibilität und Echtheit. Es wirkt nicht wie eine Konsole, die versucht, das N64 zu imitieren. Es ist eher so, als hätte jemand das N64 modernisiert, aber es komplett in Ruhe gelassen. Keine Tricks, keine Glitches, keine weichgezeichneten Fehler. Einfach sauberes N64 Verhalten.


Audio Qualität – überraschend klar oder einfach nur N64
Ich war mir beim Thema Audio ehrlich gesagt nicht sicher, was ich vom Analogue 3D erwarten soll. Beim N64 ist Sound so eine Sache. Manche Spiele klingen richtig warm und atmosphärisch, andere haben dieses leichte Kratzen oder ein komisches Hintergrundrauschen, das man bis heute nicht ganz los wird. Ich kenne das alles ziemlich gut, weil ich das N64 meiner Kindheit vor ein paar Jahren noch einmal komplett entstaubt habe und für ein Wochenende durchgespielt habe. Ocarina, Mario, Wave Race und ein bisschen Star Fox. Genau dadurch habe ich ziemlich genaue Erinnerungen daran, wie die Konsole in verschiedenen Situationen klingt.
Beim Analogue 3D war mein erster Eindruck allerdings ziemlich klar. Der Klang wirkt ein bisschen sauberer und etwas kräftiger als bei meinem originalen N64, aber nicht künstlich modernisiert. Es ist eher so, als hätte man die Original Hardware an einen perfekten Ausgang gehängt, ohne Verluste durch alte Kabel, ohne Wackelkontakte, ohne Rauschen durch AV Adapter. Die Musik läuft sauber und ohne Verzerrungen. Ich habe das zum Beispiel bei Mario 64 direkt gemerkt, weil die Titelmelodie da immer etwas anfällig für Rauschen war, wenn das Kabel nicht perfekt saß.
Bei Ocarina of Time war der Unterschied besonders stark. Der Glockenton im Titelscreen hat plötzlich eine Klarheit, die ich so nur noch sehr selten vom echten Gerät bekomme. Die Hintergrundgeräusche im Kokiri Wald wirken direkter, die Panflöte im Lost Woods Song klingt weniger blechern. Es ist nicht so, dass der Sound modernisiert wurde, sondern eher frei von Problemen, die das Original Gerät oft hatte. HDMI ist da einfach im Vorteil.
Was mich richtig überrascht hat, war Wave Race. Das Spiel hatte auf dem Original immer dieses leichte Rauschen im Wasser Sound. Ich erinnere mich daran, dass das sogar ein Running Gag zwischen meinem Vater und mir war. Der Analogue 3D gibt das Geräusch sauber aus, aber ich bilde mir ein, dass es minimal weniger Knistern hat. Es ist aber immer noch der typische Wave Race Klang und kein aufgefrischter Effekt.
Star Fox 64 klang ebenfalls exakt so wie früher. Ich habe sofort dieses Gefühl von, ok, die Explosionen haben diesen typisch matschigen Bass, den das Spiel schon immer hatte. Der 3D verändert das nicht. Selbst die etwas komischen Sprachsamples von Peppy und Slippy klingen genauso verzerrt wie damals. Das finde ich richtig gut, weil ich bei manchen Emulatoren immer das Gefühl habe, dass die Stimmen sich leicht anders anfühlen.
Perfect Dark war der beste Test. Der Soundtrack ist einfach unfassbar und gleichzeitig super empfindlich. Wenn irgendwas an der Emulation nicht stimmt, hört man das sofort. Beim Analogue 3D hat alles gepasst. Die atmosphärischen Drones, das leise Wummern in manchen Leveln, selbst die Laser Sounds, die oft seltsam komprimiert wirken, waren genau richtig.
Der größte Unterschied zum Original N64 ist für mich das Fehlen des Grundrauschens. Das analoge Rauschen gehörte früher einfach dazu. Beim Analogue 3D ist das weg. Es fühlt sich dadurch sauberer an, aber nicht unnatürlich. Wenn es im Spiel selbst Rauschen gibt, hört man es, aber die Konsole selbst trägt nichts dazu bei.
Kurz gesagt, der Sound ist exakt so, wie er sein sollte. Keine Modernisierung, keine Verschönerung, keine künstlichen Filter. Es ist das N64, aber ohne die technischen Probleme von 1996. Und genau das macht es so angenehm.

Alltag und Bedienung – Menü, Firmware und kleine Eigenheiten
Nach den ersten Sessions mit dem Analogue 3D war ich irgendwann an dem Punkt, an dem ich testen wollte, wie sich das Gerät im ganz normalen Alltag schlägt. Also nicht nur Spiele starten, sondern auch durch Menüs navigieren, Optionen ändern, Firmware updaten, Speicherstände verwalten und all diese Dinge, die man im langfristigen Gebrauch ständig macht. Genau da zeigt sich für mich, ob eine moderne Retro Konsole wirklich alltagstauglich ist oder nur ein nettes Sammlerstück.
Was mir sofort gefallen hat, ist die Startzeit. Der Analogue 3D geht sehr schnell an. Nicht sofort wie eine alte Cartridge Konsole, aber doch so schnell, dass ich nie das Gefühl hatte, warten zu müssen. Einschalten, kurzer Moment, zack im Menü. Ich habe das irgendwann richtig zu schätzen gelernt, weil ich im Alltag oft nur ein paar Minuten zocken will. Dieses schnelle Rein und wieder raus ist mir wirklich wichtig.
Das Menü selbst ist überraschend übersichtlich. Keine komplizierten Untermenüs, keine verschachtelten Optionen. Es fühlt sich so an, als hätte Analogue bewusst darauf verzichtet, hunderte kleine Einstellungen reinzuknallen, nur um den Nutzer zu beeindrucken. Stattdessen gibt es klare Kategorien, einfache Erklärungen und vor allem Optionen, die logisch sind und sofort etwas bewirken. Gerade die Bildmodi sind super intuitiv. Ich konnte im laufenden Spiel umschalten und sofort sehen, was sich verändert.
Was mich positiv überrascht hat, ist das Thema Firmware Updates. Ich muss zugeben, ich war vorher etwas skeptisch, weil ich bei Retro Hardware Updates immer so ein komisches Gefühl habe. Man denkt sich ja schnell, oh nein, bitte nicht irgendwas zerstören oder verschlimmbessern. Beim Analogue 3D lief das Update allerdings problemlos. Karte rein, Update starten, kurze Wartezeit, fertig. Die Konsole macht das alles entspannt und ohne dass man Angst haben muss, gleich etwas falsch zu machen.
Was mir im Alltag besonders gefällt, ist die generelle Unkompliziertheit. Ich kann das Gerät anschließen, einschalten und einfach losspielen. Keine Plugins, keine Shader Ketten, kein RetroArch Menü mit tausend Einstellungen. Natürlich liebe ich Emulatoren, aber dieses entspannte Gefühl von Cartridge rein und fertig kann dir keine Software so richtig bieten.
Ich habe auch darauf geachtet, wie das Gerät sich verhält, wenn ich es länger laufen lasse. Keine Hitzeprobleme, kein Lüftergeräusch, nichts was stört. Die Konsole bleibt leise, warm, aber nie heiß, und wirkt so, als wäre sie für lange Sessions gebaut. Ich habe Ocarina of Time mehrere Stunden am Stück laufen lassen, einfach als Test, und der Analogue 3D lief ohne eine einzige Auffälligkeit.
Eine kleine Eigenheit musste ich lachen. Wenn ein Cartridge nicht richtig sitzt, verhält sich das Gerät exakt wie ein N64. Das Spiel startet gar nicht oder zeigt Fehler. Ich hatte das in einem Moment, in dem ich Banjo Tooie etwas schief reingeschoben habe. Mein erster Reflex war sofort, das Cartridge rauszunehmen und leicht anzupusten. Komplett sinnlos mit moderner Hardware, aber genau diese Art von Verhaltensautomatismus zeigt, wie vertraut sich das Gerät anfühlt.
Kurz gesagt, der Analogue 3D hat diese ganz angenehme Balance aus modern und klassisch. Er ist technisch sauber, aber nicht überladen. Er wirkt hochwertig, aber nicht kompliziert. Und er fühlt sich im Alltag so an, als wäre er längst ein Teil meiner Sammlung gewesen.


Preis Leistung – ist der Analogue 3D seinen Preis wert
Beim Thema Preis kann ich direkt ehrlich sein. Der Analogue 3D ist kein günstiges Gerät. Ich habe mir die Special Edition geholt und dafür knapp 300 Euro bezahlt. Danach kamen noch Versand und Steuern obendrauf, ungefähr 80 bis 90 Euro. Am Ende lag ich bei rund 380 Euro Gesamtpreis. Das ist eine Ansage, vor allem wenn man bedenkt, dass ein originales N64 mit ein paar Spielen oft für einen Bruchteil davon zu haben ist.
Trotzdem muss ich sagen, dass der Preis für das, was man bekommt, nachvollziehbar ist. Der Analogue 3D ist keine Emubox, kein Android Handheld und kein Bastelprojekt mit irgendwelchen Kompromissen. Das Gerät bildet die Hardware des N64 auf FPGA Basis nach, also auf Schaltungsebene. Genau deshalb fühlt es sich beim Spielen wie ein echtes N64 an, nur eben mit moderner Bildqualität und ohne die Probleme von alten Kabeln, wackeligen Steckern oder Modding Frust. Man bekommt im Grunde das technisch sauberste N64 Erlebnis, das ich bisher hatte.
Natürlich lohnt sich der Preis nicht für jeden. Wenn jemand einfach nur Mario 64 in guter Qualität spielen will, reicht Emulation in vielen Fällen völlig aus. Wenn jemand das N64 nicht schon seit Jahren liebt, wird der Mehrwert wahrscheinlich nicht so groß wirken. Aber für Leute wie mich, die das Original besitzen, Cartridges sammeln, das Gefühl kennen und möglichst nah an die echte Hardware wollen, ist der Preis nachvollziehbar und in meinem Fall auch gerechtfertigt.
380 Euro tun weh, aber ich habe es bisher nicht bereut. Und wenn ich das Gerät einschalte und alles funktioniert sofort ohne Zicken, ohne Nachjustieren und ohne Emu Kompromisse, dann weiß ich, wofür ich bezahlt habe.
Fazit: Lohnt sich der Analogue 3D wirklich
Nach ein paar Wochen mit dem Analogue 3D kann ich sagen, das Gerät hat mich genau da abgeholt, wo meine Nostalgie sitzt. Es spielt sich wie ein echtes N64, sieht dabei aber so sauber aus, wie ich es früher nie erlebt habe. Keine Emulationsfehler, keine Kabelfrickelei, kein Gefummel mit Bildfiltern. Einfach Cartridges rein, starten, genießen. Genau so hätte ich mir das Original damals gewünscht.
Der Preis ist ohne Frage hoch. Mit Versand und Steuern lag ich bei etwa 380 Euro. Das ist kein Impulskauf und auch nichts für jemanden, der nur mal zwei Klassiker anspielen will. Aber wenn du das N64 liebst, Cartridges sammelst und das authentischste Erlebnis suchst, das du heute bekommen kannst, dann ist der Analogue 3D eine der besten Lösungen, die ich bisher getestet habe.
Wenn du mehr solcher Tests lesen möchtest oder keine neuen Artikel verpassen willst, melde dich gerne für meinen Newsletter auf der Startseite von Retro Legends an. Dort bekommst du Updates zu Reviews, Guides und neuen Retro Projekten. Und wenn du über den Analogue 3D oder dein eigenes Setup quatschen willst, komm gerne auf Instagram vorbei. Du findest mich unter @retrolegendsde.
Und jetzt bin ich neugierig. Hast du den Analogue 3D vielleicht selbst bestellt oder wartest du noch auf eine Lieferung. Schreib es mir gerne in die Kommentare.
Adrian Lemme
Seit meiner Kindheit begleiten mich Videospiele – von den Klassikern der 90er- und 2000er-Jahre bis hin zu modernen Retro-Handhelds. Auf meinem Blog teile ich meine Leidenschaft für Retro-Gaming, legendäre Spiele und spannende Hardware. Egal ob tiefgehende Reviews, Sammlerstücke oder Emulation – hier dreht sich alles um die goldene Ära der Videospiele!
Adrian Lemme
Seit meiner Kindheit begleiten mich Videospiele – von den Klassikern der 90er- und 2000er-Jahre bis hin zu modernen Retro-Handhelds. Auf meinem Blog teile ich meine Leidenschaft für Retro-Gaming, legendäre Spiele und spannende Hardware. Egal ob tiefgehende Reviews, Sammlerstücke oder Emulation – hier dreht sich alles um die goldene Ära der Videospiele!

